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Begegnungsorte stärken Dörfer und Demokratie

Zum 27. Mal veranstaltete die Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) das „Plankstettener Gespräch“

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Dr. Hopp
© Astrid Hippmann-Singer

Roland Grillmeier, Vorsitzender des Fördervereins der SDL, betonte in seinem Eingangsstatement das unverzichtbare ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern in den ländlichen Kommunen. Damit gestalteten sie gemeinsam ihren Lebensraum. Gleichzeitig beobachtet er allgemein ein Sinken der Kompromissbereitschaft in der Gesellschaft und stellte die Frage zur Diskussion, wie unterschiedliche Interessen konstruktiv in einen Dialog gebracht werden könnten.

Die Sicht der Wissenschaft vertrat Prof. Dr. Hartleb aus Wien. Er stellte fest, dass in der Vergangenheit in den Dörfern viele Begegnungsorte verschwunden seien. Diese seien aber wichtige Orte des Austauschs und Dialogs. Die Nähe zwischen den Menschen sei ein wichtiges Merkmal des Lebens auf dem Land, darin liege auch eine Chance für die Zukunft des ländlichen Raums. Drei wichtige Aufgaben müssten bearbeitet werden, um diese Zukunft positiv zu gestalten: das Ehrenamt müsste mehr geschätzt werden, die Digitalisierung sollte bestmöglich genutzt werden und vor allem müssten wieder mehr soziale Begegnungsräume in den Dörfern geschaffen werden, um die Menschen wieder zusammenzubringen.

Landtagsabgeordneter Dr. Gerhard Hopp berichtete, er beobachte, dass Menschen zunehmend der Ansicht seien, es gebe zu viel Staat. Er stellte die Frage, wie damit umgegangen werden könne. Die Landtagswahlen in einigen Bundesländern vor kurzem hätten die Demokratie zwar insofern gestärkt, als die Wahlbeteiligung jeweils sehr hoch war. Aber das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die staatlichen Institutionen müsse wieder mehr gestärkt werden. Die Bürger müssten wieder mehr Selbstwirksamkeit spüren und die Politik sollte mit mehr Empathie auf sie zugehen. Dafür brauche es eine stärkere politische Bildung und eine positive Sichtbarkeit  staatlicher Einrichtungen. Die finanziellen Mittel, die für den Ländlichen Raum zur Verfügung gestellt werden, müssten auch dafür verwendet werden.  

Aus der Praxis berichtete Hannelore Langwieser, langjährige zweite Bürgermeisterin in Mainburg und Mitglied des niederbayerischen Bezirkstags. Sie macht ebenfalls die Erfahrung, dass mittlerweile viele Menschen für Argumente nicht mehr zugänglich seien und der Ton in Diskussionen immer schärfer, mitunter sogar bösartig sei. Dadurch komme es zu weniger Austausch und Diskussion. Auch die zunehmende Vereinsamung von alten und jungen Menschen beeinträchtigten einen konstruktiven Austausch unterschiedlicher Standpunkte. Langwieser forderte mehr Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Von der Politik verlangte sie mehr Demut vor den Wählerinnen und Wählern.

Am Ende des 27. Plankstettener Gesprächs, das von Gero Wieschollek aus Regensburg moderiert wurde, waren sich die Referenten einig, dass in den Dörfern wieder mehr Orte der Begegnung geschaffen werden müssten, die in der Vergangenheit verloren gegangen seien. Durch Begegnung und Austausch könnten die Beteiligung und der Zusammenhalt wieder gestärkt werden.
Grundsätzlich müssten auch die jungen Leute stärker einbezogen werden in den Austausch, damit ihr Interesse an der politischen Arbeit und ihr Engagement im ländlichen Raum wieder größer werden. Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass das Bild der uninteressierten Jugendlichen falsch sei. Viele Jugendliche seien bereits sehr engagiert in den Dörfern ehrenamtlich tätig oder engagierten sich politisch.
Schließlich betonten die Podiumsteilnehmer die Vorteile der Digitalisierung insbesondere für den Ländlichen Raum. Allerdings sorgten sie sich um „Echokammern“ im Internet und den Social Media, in denen manch krude Thesen verbreitet und Hass geschürt würden.

 

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